Namibia, eine Fotoreise

28. April - 12. Mai 2016

 

ElefantenZweimal in dasselbe Land zu reisen widerstrebt uns eigentlich. Man fährt dann mit einer Erwartungshaltung dorthin, die schnell enttäuscht werden kann.

Die Fotografie als Reisethema und der Erfolg im vergangenen Jahr hat uns aber veranlasst es diesmal doch zu tun. Zudem wir einige interessante und fotografisch sehenswerte Orte im letzten Jahr nicht angefahren hatten. Die Reise war vom gleichen Team des vorigen Jahres geplant und organisiert. Der Schwerpunkt lag diesmal etwas anders. Neben dem Skeleton-Coast Nationalpark wollten wir ein Himba-Dorf und die Epupa-Fälle besuchen aber vorrangig galt unser Interesse dem Etosha-Nationalpark mit seiner reichen Tierwelt. Das bedeutet:  soviel Brennweite wie möglich einzupacken, viel Speicherplatz und sich darauf einrichten, dass insbesondere im Etosha-NP fast ausschließlich aus dem Fahrzeug heraus fotografiert wird.  Zebra

Tag 1 / Do. (28.04.)

Wieder im Zug nach Afrika

Wie schon im letzten Jahr ist der Flug nach Windhoek erst zum Abend geplant. Gern nehmen wir  wieder das Angebot  Rail & Fly der Fluggesellschaft zusammen mit der Deutschen Bahn als passende Alternative zum Inlandsflug an. Die Zugfahrt im mäßig besetzten ICE von Berlin nach Frankfurt-Flughafen war auch aufgrund vorgebuchter Plätze stressfrei.

Nervend ist die Umsteigerei mit dem gesamten Gepäck; zumal Gepäckwagen auf den Bahnhöfen nicht so präsent sind, wie sonst auf Flughäfen. 

Zoll und Check-In am Flughafen waren zügig und problemlos erledigt. Der Nachtflug mit Air Namibia im voll besetzten Flieger verlief trotz der vielen Leute erstaunlich ruhig.

Tag 2 / Fr. (28.04.)

Ankunft in Windhoek, Fahrt nach Swakopmund

Um 5:30 Uhr überpünktliche Ankunft in Windhoek, überraschend zügige Einreise (kein Fieber messen) und alles Gepäck ist auch da.  

Als erstes gibt es wieder den Begrüßungskaffe vom Veranstalter. Drei   weitere Mitreisende waren auch im Flieger von Frankfurt. Etwas planlos und übernächtigt verweilen wir etwa zwei Stunden im Flughafenrestaurant, da wir erst um 8 Uhr einen weiteren bereits am Vortag angereisten Mitfotografen vom Hotel abholen können. So hat wenigstens Einer die Tour ausgeschlafen antreten können.

Schnelles Mittagessen: Game-Burger unterwegs. Kurzer Stopp an der alten Dampfmaschine, die bis auf Einen alle schon vom Vorjahr kannten. Wieder war das Museum geschlossen und wir haben uns die Nasen an den Scheiben platt gedrückt. Aber ein wenig die Beine zu vertreten nach der Fahrt im vollbesetzten Fahrzeug ist ja auch nicht verkehrt.

Angekommen in Swakopmund einchecken im Central Guesthouse. Wir haben dasselbe Zimmer wie im Jahr zuvor. Ein Teil der Gruppe wohnt im Stone Corner Guesthouse fast gleich um die Ecke.

FlamingosDie Zeit reichte noch für ein paar Fotos in der Walvis-Bay von den Flamingos und dem wie immer spektakulären Sonnenuntergang.

Walvis Bay

Für den  Stadtrundgang in Swakopmund war wegen des morgendlichen Trödelns leider keine Zeit mehr. Abendessen im alten Bahnhof, der heute ein sehr schönes und gepflegtes Hotel ist. In dem hervorragenden Restaurant mit aufmerksamer Bedienung entschieden wir uns für das reichhaltige und schmackhafte  Buffet und wurden nicht enttäuscht. Um ausreichend Bettschwere brauchten wir uns nicht sehr bemühen.

Tag 3 / Sa. (30.04.)

Hunderttausend Robben, Wracks und monströse Käfer,  Cape Cross, Skelettküste

Wir wissen nicht, was uns in dem wenig erschlossenem Skeleton-Coast Nationalpark an Gastronomie erwartet und ob es möglich ist besondere Essenserfordernisse zu realisieren. Das Guesthouse ist deshalb  so nett und bereitet der Brigitte ein Lunchpaket zu. Heute fahren wir weiter  entlang der Atlantikküste, meist auf Salzstraßen, nach Cape Cross.

TotenköpfeZwei riesige Totenköpfe am Eingangstor weisen darauf hin, daß wir uns nunmehr im Skeleton-Coast-Nationalpark befinden. Hier wird auch das Salz gewonnen, welches man weltweit als Kalahari Speisesalz bekommt. Es hat eine leichte rosé farbene Tönung. Die Kristalle können sehr groß werden und sind so  auch sehr dekorativ. Diese werden an den Haltepunkten zu Hauf angeboten. Aber davon hat die Salzstraße nicht ihren Namen sondern  diese besteht tatsächlich aus Salz.      

RobbeAngekommen am Cape Cross besuchen wir die Robbenkolonie. Wir sehen und riechen die Robbenweibchen mit Ihren Jungen die sich zu hunderttausenden am Kap tummeln. Die Hitze veranlasst sie dazu, dass sie meist auf dem Rücken liegend die Flossen in die Höhe recken um so ein wenig Kühlung zu erlangen.

Sie lassen, soweit der Walk aus Holzlatten es erlaubt, uns relativ dicht an sich heran und so können wir einige schöne Fotos von der Szenerie machen.Robbe

Mittagessen bekommen wir in einem in der Nähe liegendem Hotel. Es ist ein sehr gepflegtes aber zu dieser Tageszeit kaum besuchtes Restaurant. Wir sind die einzigen Gäste und bekommen hervorragendes Essen zu moderatem Preis. Besonders zu empfehlen sind die Fischgerichte oder für den großen Hunger die   Meeresfrüchteplatte. Das Lunchpaket hätten wir nicht gebraucht.

Weiter geht’s entlang der Salzstraße. Unterwegs halten wir an, um auch mal etwas Salz zu schürfen.

TrawlerVon einem Parkplatz aus gehen wir in Richtung Strand und entdecken ein Schiffswrack. Es handelt sich um einen Trawler der sich Ende des letzten Jahrhunderts bei der Überführung nach Asien im Sturm selbständig gemacht hat, hier strandete und jetzt ein beliebtes Fotomotiv abgibt. Leider ist  etwas trübes Wetter und die ganz spektakulären Fotos gelingen wohl nicht.

Wrack

Einige Salzstraßenkilometer später finden wir ein weiteres Wrack. Dies ist aus Holz und um einiges älter als der Trawler. Es ist auch so weit an den Strand gespült worden, dass man es, oder mehr deren Reste, betreten kann. Die Spanten des Schiffes ragen noch in den Himmel und lassen es wie ein großes Walskelett erscheinen.  Das Licht ist immer noch nicht besser und verleidet uns den Spaß am Fotografieren. Erst im Gehen zeigt sich für ein paar Augenblicke die Sonne. So gelingt doch noch das eine oder andere Bild bevor man zum Fahrzeug hastet. 

KäferAngekommen im Terrace Bay Resort, unmittelbar an der  Atlantikküste, begegnen uns exotisch anmutende Off-Road Fahrzeuge. Ihre riesigen Antennen am Bug lassen sie wie monströse Käfer erscheinen. Die Antennen erweisen sich als professionelles Angelzeug. Damit ist uns auch klar, warum es diese kultige Lodge an dieser einsamen Stelle gibt. Ein Paradies für Angler. Das heißt: Hier ist „Männerland“ – dementsprechend ist auch die Ausstattung der Cabins. Das Mobiliar ist einfach, zusammen gewürfelt und träumt sicher von den einst so schönen Zeiten. Die akustische Szene beherrscht ein geräumiger Kühlschrank. Aber es ist sauber und aufgeräumt. 

RestaurantDas Restaurant mit seinen von den Gästen beschrifteten Decken und Wänden, wo in höchsten Lobestönen Küche und Gastfreundschaft gehuldigt wird, überrascht uns mit ebendiesen Vorzügen. Die Burger waren außergewöhnlich gut, auch das Bier- und Weinangebot.

Die Müdigkeit lässt uns in die Betten fallen, trotz oder wegen des Meeresrauschens schlafen wir sehr gut.

Tag 4 / So. (01.05.)

Vergessene Tasche, unsichere Quelle und eine Granitorgel, Skelettküste - Twyfelfontein

Die Morgentoilette fällt mangels Wasser relativ kurz aus. Wir stärken uns mit Eiern und Kaffee. Ein paar kurze Sonnenstrahlen erlauben einige spontane Fotos in der recht frischen Morgenkühle. Ein Robbenskelett erinnert uns warum es hier Skeleton Coast heißt.

Brigitte bekommt ihr Täschlein, was sie am Abend vergessen hatte dankenswerterweise zurück und ist glücklich wieder im Besitz von Bargeld und Kreditkarte zu sein.

Insgesamt war es an der Atlantikküste recht kühl und der eisige Wind machte es auch nicht gemütlicher.

Auf der Fahrt nach Twyfelfontein, was so viel wie unsichere Quelle bedeutet,  wird es immer wärmer. Die Lodge ist direkt an die roten Felsen gebaut. Eine gepflegte Anlage der Communal Wildlife  Conservancy mit zuvorkommender Bewirtschaftung empfängt uns. Schmackhaftes Mittagessen im Terrassenrestaurant und danach Zeit zur freien Verfügung. Am späten Nachmittag besuchen wir die „Organ-Pipes“. Das Organpipessind zu sechseckigen zylindrischen Strukturen, ähnlich Orgelpfeifen,  erstarrte Basaltformationen, die durch die Erosion freigelegt wurden. Bei gutem Licht gelingen ein paar wirklich schöne Fotos. Am Abend empfängt uns der Manager der  Conservancy. Er gibt uns einen kurzen, aber informativen Überblick über das  Conservancy-Projekt und die Einbeziehung des Tourismus und der Bevölkerung in diesem zum Damaraland gehörenden Areal. Wir genießen das reichhaltige und exzellent zubereitete Dinner-Buffet. Auf die Sternenfotografie verzichten wir; nicht wissend, daß es die letzte Möglichkeit ist bei absolut wolkenfreiem Himmel die imposante Sternenwelt auf den Sensor zu bannen. Stattdessen genießen wir den späten Abend bei Bier und ausgezeichnetem südafrikanischem Rotwein.

Tag 5 / Mo. (02.05.)

  Merkwürdige Pflanze, Bad im Wasserfall kein Internet dafür aber kühles Bier ,  Twyfelfontein - Sesfontein

Das Frühstück ist, wie nicht anders erwartet, reichhaltig und sehr gut. Gegen 10.00 WelwetschiaUhr erreichen wir den versteinerten Wald und sehen die bemerkenswerte Welwetschia mirabilis. Ebendiese Pflanze, ein lebendes Fossil, ist so besonders, daß sie mit ihren zwei Blättern ein Leben lang auskommen muss. Sie kann ein beträchtliches Alter erreichen. Außerdem ist sie zweihäusig und in dieser Form unterschiedlich ausgeprägt. Den Rest des  morgendlichen Fotolichts nutzend legen wir sofort los um diese Pflanzen abzulichten. Doch Halt! -  Zuvor bedarf es der Aufmerksamkeit eines jeden, um sich von der botanischen Einordnung und Entwicklung dieses Naturgeschöpfes ein Bild zu machen. Das bleibt mehr in Erinnerung, als die dann bei hartem Licht mehr als mittelmäßigen Fotos. Mittels Polfilter lassen sich die Reflexionen der hochstehenden Sonne auf den Pflanzen etwas abmildern.  Am selben Ort befindet sich auch der versteinerte Wald, der eigentlich keiner ist. Die Bäume, die es hier zu bestaunen gibt sind nicht vor Ort gewachsen sondern angeschwemmtes Holz. Der Kontinentalabriß und die damit verbundenen Verwerfungen haben dazu geführt, dass Holz und Silikat sich miteinander unter hohem Druck verbunden haben. Im Ergebnis liegen nunmehr bis zu 40 m lange Stämme  zu Granit versteinert an denen man die Jahresringe und Astlöcher noch deutlich erkennen kann. Mittels Klopfproben kann man sogar die unterschiedlichen Holzschichten erlauschen.

FelszeichnungenDie Sonne hat mittlerweile ihren höchsten Stand erreicht und auf unserem Programm steht auch noch die Besichtigung von Felsgravuren. Fotografisch weniger interessant und zu dieser Tageszeit auch mehr als nur ein leichter Spaziergang. Brigitte zieht es vor im Schatten zu bleiben. Die Felsritzungen sind von hohem, aber unbestimmtem Alter und gut zu erkennen. Die Besichtigung ist ausschließlich mit lokalem Führer möglich. Textsicher erklärt er uns mit einfachen englischen Worten die zu sehenden Tierarten. Das Mittagessen in der sehr schönen Palmwag Logde braucht seine Zeit, war aber schmackhaft und gut. Eine Tafel an der Wand informiert: Kein Internet, dafür aber kühles Bier. Wir fahren weiter nach Sesfontein, was so viel wie „sechs Quellen“ bedeutet. Wir checken im gleichnamigen Fort ein, holen die Badesachen und fahren sodann zum Ongongo Wasserfall.

OnongoDie Fahrt verlangt von Fahrer und Fahrzeug einiges ab. Erstaunlich, daß sich am Ende dieses unwegsamen Pfades ein gut besuchter Campingplatz befindet. In dessen Nähe war auch der Wasserfall, der in einem kleinen Teich mündet und zum Baden einlädt. Für Wolf-Reiner keine Frage – eins, zwei fix ins Wasser. Brigitte verzichtet angesichts der vielen anwesenden Fotografen.

Abends Set-Menue in der Sesfontein Lodge. Das ist ein ehemaliger Stützpunkt der deutschen Schutztruppen, durch dicke Mauern bewehrt, in denen sich auch die Gästezimmer befinden, die sich zu einem großen Innenhof öffnen. Die Zimmer sind relativ dunkel, rustikal eingerichtet (gemauerte Betten) aber klimatisiert. Zu Abend essen wir an einer großen Tafel. Gemütlich lassen wir den Abend ausklingen. Es gibt nur Flaschenweine aber die Preise sind moderat.

Meine Frage ob es ein trockener Wein ist, wird mit: „wir haben Weißwein und wir haben auch Rotwein“, beantwortet. Ich erkenne das Bemühen an und bestelle Weißwein.

Tag 6 / Die. (03.05.)

Heißer Tag, Schokoriegel und faule Wüstenelefanten Sesfontein

Nach dem typischen Frühstück starten wir den Tagesausflug zu den Wüstenelefanten. Die Ankündigung verspricht uns vier von den fünf „Big Five“. GiraffeWir steigen in ein offenes aber überdachtes Safari-Fahrzeug. Der Weg durch das Kaokoland zu den Elefanten ist doch recht weit, so dass wir einige Zeit für die Fahrt brauchen. Dafür sehen wir vielfältige Landschaft und wir durchfahren auch ein Felsentor. Die Sonne steht schon sehr hoch als wir die ersten Tiere sehen. Paviane, Giraffen und Oryxe; auch eine Löwenspur wird uns gezeigt. Endlich sehen wir auch die Wüstenelefanten. Diese haben eine bräunliche Hautfarbe und sind etwas kleiner als die Afrikanischen Dickhäuter.

Das besondere an ihnen ist, dass sie an das Wüstenleben angepasst sind und mit nur wenig Wasser überleben können. Es sind mehr als die vier, welche die Ankündigung versprach.

ElefantenDie Wüstenelefanten liegen im kaum vorhandenen Schatten oder bewegen sich in kleineren Gruppen, in Anbetracht der Hitze, doch recht behäbig durch die Landschaft. Wir füllen unsere Speicherkarten mit zahlreichen Fotos. Schließlich sind es die ersten Elefanten auf dieser Reise. Zwischendurch gibt es Lunch – Sandwich, Schokoriegel, Apfelsaft und Wasser nicht sehr einfallsreich aber zum Überleben in der Wüste reicht es. 

Auf der Rückfahrt wurde mittlerweile  besseres Fotolicht und die Elefanten hatten auch mehr Lust sich aus dem Schatten zu bewegen. Im Fort angekommen duschten wir uns den Staub von der Haut und hatten anschließend das gleiche Ritual wie am Abend zuvor. In Anbetracht des heißen und staubigen Tages schmeckten die kühlen Getränke heute besonders.

Tag 7 / Mi. (04.05.)

Eine Riesenschlange, Rotkohl und Klöße,  Sesfontein – Epupa Falls

Heute verzögert sich die Abfahrt um etwa 1,5 Stunden weil erst jemand kommen musste, der das Kreditkartenlesegerät bedienen kann.

Hier muss erwähnt werden, dass Kreditkarten bei den Lodges, in Anbetracht der von den Gesellschaften geforderten Provisionen, nicht sehr beliebt sind.

Unser lachendes Bargeld ist aber schon so zur Neige gegangen dass wir leider und damit auch die ganze Gruppe warten muss.

Das ist nicht schön, weil vor uns eine lange Fahrt zu den Epupa Fällen liegt. Die Schotterpiste ist sehr staubig zumal vor uns ein Fahrzeug mit etwa gleicher Geschwindigkeit den Bodenbelag in die Luft wirbelt. Endlich ergibt sich die StraußGelegenheit vorbei zu fahren, da das Fahrzeug stehen blieb. Während wir auf die Überholspur gingen, schoss ein Straußenpaar auf die Straße. Nachdem sie uns bemerkt hatten, kehrten sie um. Trotz scharfer Bremsung ließ sich ein Kontakt mit einem der Tiere nicht verhindern. Das Straußenmännchen wurde so verletzt, dass es nicht mehr flüchten konnte. Wir gehen davon aus, dass die herbei gekommenen Anwohner sich des Tieres angenommen haben.

In Opuwo machen wir Mittagsrast. Der Supermarkt ist gut ausgestattet und hat trotz Feiertag geöffnet. Die Riesenschlange am Geldautomaten, der dann auch noch den Dienst versagte, ließ uns etwas nervös werden. Glücklicherweise hatte die Standardbank auf der anderen Straßenseite auch noch einen funktionierenden Geldautomaten.

Wir nahmen zum ersten Mal Leute vom Himba-Volk war, die in ihrem traditionellem Outfit ihre Besorgungen machten. Anlässlich des Feiertages trugen viele Herero Frauen ihre viktorianische Tracht und einige Männer waren in kaiserlich deutschen Paradeuniformen gekleidet. In dem Cafe neben dem Supermarkt hatten wir Lunch. Ein  Draught Bier aus der Flasche hatte hier ungewöhnliche 0,75 Liter aber wir schaffen auch das. Dazu gibt es Pizza, Burger und Fritten. Wir nutzen die stark frequentierten aber  sauberen Toiletten.

FamilieWir fahren noch einige Zeit durch die Berge bei relativ milden Temperaturen und erreichen dann am späten Nachmittag Epupa Falls an der angolanischen Grenze. Hier ist es richtig heiß. Beim Check Inn in der Omarunga Lodge wird uns erläutert, dass ein geringes Malariarisiko besteht. Wie erhalten Anweisungen über die Benutzung von Peacefull Sleep und Doom – einem  chemischen Kampfmittel gegen unbeliebte und ungefragt eindringende Insekten. Wir übernachten in einer stilvollen palmengedeckten Zelthütte, deren Wände stabilisiert von den Mittelnerven der Palmblätter sind. Unsere Hütte liegt besonders schön, unmittelbar am Kunene Fluss. Von der kleinen Terrasse aus können wir die Gischt der Haupt-Wasserfälle sehen. 

Das Geräusch der 37 Meter hinab stürzenden Wassermassen ist allgegenwärtig. Das Personal ist hier überaus freundlich und zuvorkommend.

WasserfallMit einem kurzen Spaziergang erkunden wir fotografisch den oberen Teil der Wasserfälle. Danach genießen wir das Abend-Buffet mit Game-Roulade, Rotkohl und Klößen. An der schönen Bar lassen wir den Abend ausklingen.

Wer zuvor vergessen hatte seine Kamera-Akkus zu laden, konnte dies hier an einer zentralen Steckerleiste erledigen. In den Zeltcabins gibt es zwar elektrisch Licht aber keine Steckdosen.

Tag 8 / Do.  (05.05.)

Himba-Sonnencreme und schweißtreibende Aktion, Epupa Falls

wfUm 5.00 Uhr aufstehen und noch einen lauwarmen Kaffee und einen trockenen Keks. Die freundlichen Gastgeber haben Kaffee und Kekse schon am Vorabend bereitgestellt. Nun eine  kurze Fahrt zu einem Aussichtspunkt auf einem Hügel. Die dortige kleine Bar war um diese Zeit noch geschlossen. Dafür sehen wir einen beeindruckenden Sonnenaufgang. Eine ganze Palette von warmen Rottönen leuchtet uns entgegen. Hier oben erkennen wir zum ersten Mal die gesamte mächtige Ausdehnung der Wasserfälle. Während wir fotografieren wurde ganz nebenbei der Eintritt von 20N$/Person  fällig, da wir uns hier auf privatem Grund befinden.

Wir zahlen brav und bekommen eine Quittung. Nachdem sich nun alle satt fotografiert hatten erschien plötzlich ein junger Mann, der ein weiteres Mal kassieren wollte mit dem Hinweis: Der andere war nicht berechtigt. Wir zeigten ihm die Quittung mit der Bitte er möge sich doch mit seinem Bruder einigen. Angekommen in der Lodge gibt es ein ausgiebiges Frühstück. Auf den Morgenspaziergang mit einem Himba-Guide entlang des Kunene zu den Krokodilen haben wir dann verzichtet.

HimbaStattdessen starten wir gleich nach dem Frühstück zum Besuch eines Himba Dorfes. Für Fotos wieder nicht die beste Zeit aber wir müssen uns an die Vorgaben des Dorfältesten halten. Bereitwillig geben sie uns Einblick in ihre Lebensweise und lassen sich stolz in ihrer traditionellen Kleidung fotografieren. Zur Hygiene und zum Sonnenschutz benutzen die Frauen eine spezielle Paste, die sie aus ockerfarbenem gemahlenem Gestein und Butterfett herstellen.Himba Sowohl der Körper als auch die Haare werden damit eingerieben. So vergeuden sie fast kein Wasser für die Körperpflege. Uns wird bewusst, welchen Luxus man uns in den Lodges mit fließend warmem und kaltem Wasser bietet. Ein paar Worte Himbasprache lernen wir auch, haben aber leider alles mittlerweile schon wieder vergessen.

Zum Lunch gibt es Salat und Hähnchenbrust in der Lodge – bei der Hitze genau richtig. Am Nachmittag, das Thermometer zeigt mittlerweile etwa 40°C an, machen wir uns auf den Weg den unteren Teil der Wasserfälle zu erkunden und den einen oder anderen exklusiven FotoSpot aufzusuchen. Ausgerüstet mit Sonnenhut, Fotogepäck inkl. Stativ und etwas Wasser machen wir uns auf den Weg. Der Weg ist steinig und uneben, verläuft im wesentlichem bergab. Wir finden einige gute Stellen zum Fotografieren, die nicht immer leicht und teilweise nur durch Klettern  erreichbar sind. Das Fotolicht war besonders. Auf dem Rückweg merken wir, dass es gut war zeitig aufzubrechen, da sich mittlerweile eine doch sehr große Community zusammen gefunden hat um die Fälle im Abendlicht zu bestaunen und zu fotografieren. Wir waren froh Wasser mitzuhaben, da unsere Körper bereits alles Flüssige durch die Poren an unsere Kleidung weitergegeben haben. So haben wir noch nie geschwitzt. Zum Abendessen sind wir aber wieder fit und können unsere körperlichen Flüssigkeitsreserven wieder auffüllen.

Tag 9 / Fr. (06.05.)

Elefantenattacke und schöne Aussicht,  Epupa Falls – Etosha Nationalpark

Galton GateHeute ist Fahrtag! Vor uns liegt ein recht weiter Weg zum Etoscha Nationalpark. Nach einem mittäglichen Stopp in Opuwo im bekannten Supermarkt-Cafe  erreichen wir endlich müde und verstaubt das Galton Gate, den westlichen Eingang zum Etosha Nationalpark. Bevor wir das Dolomite Camp aufsuchen nutzen wir den Weg dorthin zu einer ersten Foto-Pirschfahrt.

Erstmals öffnen wir das Dach um von dort oben zu fotografieren. 

..,,

Wir sehen Giraffen, Oryxe und viele Zebras.

Zebra ..

An einem Wasserloch treffen wir auf die ersten Elefanten. Beeindruckt schauen wir ihnen beim Trinken zu und machen zahlreiche Fotos. Aus allen Richtungen kommen jetzt Elefanten zum Trinken an das Wasserloch. Wir sind regelrecht umzingelt. ..Plötzlich fühlt sich eine Leitkuh gestört von unseren Geräuschen und bewegt sich mit aufgestellten Ohren auf unser Fahrzeug zu, den Kopf gesenkt, den  Rüssel schwenkend und Sand aufpustend. Wir halten sofort inne und vermeiden jegliche Bewegung und jegliches Geräusch. Trotzdem fühlt sich die Elefantendame veranlasst einen Scheinangriff gegen uns zu starten. Dann ließ sie von uns ab – und kam sofort wieder angetobt nachdem sie das Geräusch eines schließenden Autofensters vernommen hatte. Jetzt verharrten wir endgültig in absoluter Stille. Lediglich Atemgeräusche waren noch zu hören. Das ging so 3 – 5 Minuten (gefühlt um einiges mehr) bis die Elefantendame das Interesse an uns verloren hatte. Jetzt brauchten wir nur noch zu warten bis hinter uns der Weg wieder frei von den Dickhäutern war und wir in das Camp fahren konnten. Wir erreichen das Camp bei spektakulärem Sonnenuntergang.

..   ..

Die Cabins im Camp verteilen sich über ein größeres, bergiges Areal, so dass weite Wege zurück zu legen sind. Mit etwas Glück kann man auf einen Golf Buggy steigen, der auch das Gepäck geräuschvoll zu den Unterkünften bringt. Die Zelthütten sind geräumig und geben eine gute, unverstellte Sicht auf die Steppe.

Vom Abendessen haben wir nicht viel erwartet und noch weniger bekommen. Auch sollte man nicht meinen, dass ein T-Bone Steak zart ist und so schmeckt wie auf der anderen Seite des Atlantiks. Die Rinder sind hier anders. Der Koch hatte möglicherweise auch nicht seinen besten Tag.

Tag 10-12 / Sa. -Mo. (07. - 09.05.)

Waterholehopping und Terrassensafari Etosha Nationalpark

..Jetzt beginnt die Zeit unserer Tier-Safari auch Game Drive genannt, d. h. wir fahren mit offenem Dach und halten Ausschau nach Tieren. Der Etosha Nationalpark ist dadurch charakterisiert, dass er zum Ende der Regenzeit bis auf wenige Wasserlöcher austrocknet. Deshalb ist die Chance Tiere zu entdecken an diesen Wasserlöchern besonders hoch. Einige Wasserstellen sind sogar künstlich angelegt. Mit Hilfe eines Windrades oder auch elektrisch wird Wasser an die Oberfläche gepumpt. ,,

HYäneSo bewegen wir sieben Fotografen und ein Fahrer uns von Wasserloch zu Wasserloch. Oft haben wir Glück, dass Tiere da sind und das Licht aus der richtigen Richtung kommt. Manchmal fahren wir auch einfach zum nächsten Loch weiter. Nicht immer können alle die optimale „Schuss-Position“ erhalten und mitunter ist es schwer bei sieben Leuten das Fahrzeug ruhig zu halten.

Was insbesondere bei langen Brennweiten empfindlich stört. Andererseits sind die langen Brennweiten von Vorteil, da man die Motive um einiges näher sieht und ganz nebenbei ob des großen Rohres auch mehr Beachtung findet. Wir sind die Glücklichen die auf beiden Seiten des Fahrzeuges sitzen und so kein Motiv verpassen. Mit Sieben ambitionierten Fotografen in einem solchen Fahrzeug ist entspanntes fotografieren schwierig zumal die „Models“ nicht immer solange warten bis alle sich satt fotografiert haben. Toleranz und Rücksicht sind hier sehr gefragt. Möglicherweise wäre es praktischer gewesen für den Gamedrive ein zusätzliches Fahrzeug zu ordern. 

.. .. ..

Wir haben im Etosha National Park außergewöhnlich viele Löwen gesehen und sogar einen Leoparden.

Im Halali Camp waren wir zwei Nächte. Die Zimmer waren sauber aber für zwei Personen, vor allem das Bad, sehr eng. Die Klimaanlage über dem Bett macht auch keinen Spaß: Nach dem Ausschalten war zwar die Zugluft weg und auch das Geräusch, dafür hat sie dann getropft. Das dritte Camp im Etosha Nationalpark war das Okaukuejo Camp mit einem sehr guten Restaurant. Auch die Cabins in der Nähe vom Wasserloch sind um einiges besser als in Halali. 

.. .. ..

Die beleuchtete Wasserstelle in der Nähe unserer Terrasse ist zur Abendzeit sowohl von Tier als auch Mensch sehr gut besucht. Wenn die Elefanten das Terrain frei geben kommen, auch die anderen Tiere zum Trinken. Giraffen gehen in die Grätsche um ans Wasser zu kommen. Hier sehen wir zum ersten und einzigen Mal ein Rhinozeros. Die Fotoapparate bleiben auf dem Zimmer. Wir genießen den Anblick mit etwas Flüssignahrung.

Tag 13 / Die. (10.05.)

Gepardenpeilung, Etosha Nationalpark - Okonjima Game Reserve

Wir verlassen den Etosha Nationalpark nach dem Frühstück durch das Anderson Gate. In Otjawango machen wir im Supermarktcafe eine kurze Rast mit Toilettenbesuch. Der Supermarkt ist sehr gepflegt und hat eine hervorragende Warenpräsentation. Die angestellten Mitarbeiterinnen tragen Herero Festtracht.

eeWir erreichen das Okonjima Game Reserve zur Mittagszeit. Nach dem Mittagessen war freie Zeit bis 15.00 Uhr. Dann Kaffee trinken und Einweisung für die Geparden Safari mit Informationen über die Africat-Stiftung.

Wir machen eine Safari wo wir mittels Funkortung einen Gepard suchen. Zunächst mit Fahrzeug und die letzten Meter zu Fuß. Wir entdecken ein Pärchen, welches sich im Schatten vom Tagwerk ausruht. Fotografisch schwierig, dafür werden wir mit einem fantastischen Sonnenuntergang belohnt. .. Der vorbestellte Sunset Drink schmeckt da besonders gut, zumal wie zufällig unser Fahrzeug in unmittelbarer Nähe ist. Zurück geht es dann in dunkler Nacht. Einer der Guides bemüht sich mit einem starken Suchscheinwerfer unsere Aufmerksamkeit auf umherstreifende Tiere zu lenken was letztlich unspektakulär bleibt.  Im Camp ist alles dann so gut durchorganisiert, dass wir  sofort Abendessen bekommen. Es ist die komfortabelste Lodge auf dieser Reise aber das Restaurant hat den Charme einer Bahnhofshalle. Es ist die Scheune eines ehemaligen landwirtschaftlichen Betriebes, welche mittels kunstvoll gefertigten Leuchtern und sonstigen an alte Zeiten erinnernden Gegenständen ausgestaltet ist. Von der Terrasse aus hat man Blick auf ein Wasserloch an dem man je nach Tageszeit einige Tiere (Oryxe, Warzenschweine) sehen kann.   

Das Personal ist sehr freundlich und zuvorkommend. Die Bar ist geöffnet bis der letzte Gast gegangen ist.

Tag 14 / Mi. (11.05.)

Heidis Kiosk, Okonjima Game Reservat  - Windhoek  - Frankfurt

Heute ist unser letzter Tag in Namibia. Wir lassen uns Zeit beim Frühstück und ordnen unsere Sachen für den Rückflug. Gegen 10.30 Uhr fahren wir mit einer Kaffeepause am Kunsthandwerkermarkt in Okahandja direkt nach Windhoek zum Goethe-Institut. Heidi betreibt dort den Restaurant Kiosk im Innenhof und hat uns wie im letzten Jahr herzlichst und liebevoll bewirtet. Danach fahren wir direkt zum Flughafen.

Tag 15 / Do.

(12.05)

Frankfurt - Berlin

Wir beeilen uns nach dem Ausstieg in Frankfurt sehr und schaffen es noch zu dem Zug, für den wir Plätze reserviert hatten. Wir haben eine spannende Reise hinter uns und können uns während der Zugfahrt langsam wieder auf Mitteleuropa einstellen.